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Wenn wir unterwegs sind, hören wir oft die Frage: “Wo liegt denn Frauenweiler?”Das nehmen wir zum Anlass, um unseren Herkunftsort hier näher vorzustellen. Frauenweiler ist ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Wiesloch. Die wiederum liegt im Rhein-Neckar-Kreis, rund 15 Kilometer südlich von Heidelberg.
Der heutige Stadtteil Frauenweiler wurde als so genannte “Neudorfsiedlung” im Jahr 1937 gegründet. Er trägt aber den Namen eines mittelalterlichen Dorfes. Das lag jedoch nicht im Bereich der heutigen Siedlung, sondern östlich davon am Gänsberg-Hang. Frauenweiler gehörte damals zum Bistum Speyer.
Die erste schriftliche Erwähnung Frauenweilers stammt aus dem Jahr 1287. Heinrich Notarii, ein Geistlicher aus Speyer, besaß hier einige Güter. In der Folgezeit findet sich in Frauenweiler noch mehrfach Besitz von speyrischen Geistlichen. Aber auch bekannte Adelsfamilien wie die Herren von Sickingen, die Landschaden von Steinach und die Gabel von Obrigheim sind hier mit Gütern und Rechten in nachgewiesen. Im 15. Jahrhundert besaß Frauenweiler einen eigenen Markt, der mit der vermuteten Wallfahrt an der Frauenweiler Kirche in Verbindung gebracht wird. Die Kirche war eine Marienkirche. Daraus erklärt sich auch der Ortsname: Frauenweiler war der Weiler bei der “unserer lieben Frauen” geweihten Kirche.
Das Ende des alten Dorfes Frauenweiler kam im Jahr 1526. Der Ort wurde aufgelöst und seine Gemarkung der kurpfälzischen Stadt Wiesloch zugeschlagen.
In den Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts dienten die Talwiesen zwischen der Stadt Wiesloch und dem ehemaligen Dorf Frauenweiler oft als Lagerplatz für durchziehende Armeen. Der südlich davon gelegene Gänsberg war ein wichtiger Aussichts- und Wachtposten.
Im 18. Jahrhundert entdeckte man auf der ehemaligen Frauenweiler Gemarkung eine Heilquelle, den später so genannten “Kurbrunnen”. Die Quelle wurde gefasst, und die kurpfälzische Regierung ließ ein Badehaus errichten. Nach der Auflösung der Kurpfalz ging der Badebetrieb jedoch ein und die Badeanlagen zerfielen. Heute wissen nur noch wenige Eingeweihte, wo die spärlichen Überreste des Kurbrunnens zu finden sind.
Am Westhang des Gänsberges wurde in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Aussiedlerhof errichtet. Bei den Bauarbeiten stieß man auf das Fundament der alten Frauenweiler Kirche. Ein Mauerwerksrest der Kirche wurde vor dem Wohnhaus des Bauernhofes aufgestellt und mit einer Tafel versehen, die an das verschwundene mittelalterliche Dorf Frauenweiler erinnert.
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